20.07.2015

Berufliche Bildung im Fokus

Je einen Europapass überreichte Europakoordinator Joachim Hunke vier Auszubildenden der Werner-von-Siemens-Schule. Das Zertifikat bescheinigt ihnen Lern- und Arbeitserfahrungen im europäischen Ausland  - „ein wichtiges Plus bei späteren Bewerbungen und damit eine Erhöhung der Chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt“, unterstrich Hunke. Möglich geworden ist diese Zusatzqualifikation der vier Auszubildenden durch Erasmus+. Das EU-Förderprogramm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport unterstützte Arbeitsaufenthalte von Jan Niesen, Lukas Merz, Denis Koch und Mika Weibrecht im französischen Yzeure. Die zukünftigen Werkstoffprüfer beziehungsweise Industriemechaniker absolvierten im April 2015 vierwöchige Betriebspraktika in dort ansässigen Betrieben: beim Weltmarktführer für Großkräne „Manitowoc“ und den Unternehmen „SOMAB“ und „Raimbault“, beide Spezialisten für CNC-Technik.

 

Seit einem Jahr beteiligen sich Auszubildende der Siemensschule am neuen europäischen Förderprogramm Ersamus+. Bereits im November 2014 hatten drei angehende Feinoptiker ein Praktikum in optischen Betrieben in Bordeaux absolviert. Fast gleichzeitig waren vier französische Auszubildende nach Wetzlar gekommen, um bei Carl Zeiss Sportsoptics und PVA TePLa zu lernen und zu arbeiten. Ersamus+ fasst alle bisherigen EU-Programme für Austausch, Praktika oder Auslandsaufenthalte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen wie Comenius oder Leonardo zusammen. Das Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit der Lernenden verbessern und die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung im vereinten Europa angleichen und modernisieren. Europakoordinator Hunke freut sich darüber, dass mit diesem Programm die berufliche Bildung stärker in den Fokus der europäischen Förderpolitik rückt: „Ein Auslandsaufenthalt verbessert nicht nur die Fremdsprachenkompetenz, sondern stärkt Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Offenheit, Belastbarkeit und fördert das Verständnis für fremde Kulturen, Lebens- und Arbeitsweisen.“  

 

Dieses Urteil beruht auf der Erfahrung aus jahrelanger Praxis in der europäischen Zusammenarbeit. Seit 2002 Europaschule des Landes Hessen, pflegt die Siemensschule seitdem Partnerschaften mit Schulen und Bildungseinrichtungen der europäischen Nachbarn in Tschechien, Polen, Portugal, Frankreich und der Türkei. Zweimal im Jahr treffen sich die Schüler aus zwei Nationen, um mehrere Wochen miteinander zu lernen, zu arbeiten und miteinander Freizeit zu verbringen. Zahlreiche weitere internationale Begegnungen von Schülern, Auszubildenden und Lehrern sind fest ins Schuljahr integriert und festigen die bestehenden Partnerschaften. Auch wegen dieser regen internationalen Zusammenarbeit wurde die Siemensschule im Oktober 2014 bereits zum dritten Mal als Hessische Europaschule zertifiziert.

 
Europakoordinator Joachim Hunke übergigt die Europapässe an Jan Niesen, Lukas Merz, Denis Koch und Mika Weibrecht.