11.04.2014

Erfahren und erlebt - „Lenz“ von Georg Büchner

Vergangenen Mittwoch war der größte Raum der Siemensschule bis auf den letzten Platz besetzt. Vor rund 200 Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrern trug der Schauspieler Reimund Groß Georg Büchners Erzählung „Lenz“ vor. Zu einem Soundtrack des Münchener Filmmusikers Fabian Römer erzählte Groß gut eineinhalb Stunden diese „wohl sprachgewaltigste Novelle der deutschen Literatur“, wie es in der Ankündigung heißt. Reimund Groß, geboren auf einem Bauernhof in Nordhessen, lebt und arbeitet als Schauspieler und Autor auf einem Hof im Havelland. 2007 gründete er mit der Regisseurin Annette von Klier „Die Literaturbrauerei“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, literarische Texte aus vergangenen Zeiten Menschen hier und jetzt erfahrbar zu machen. „Wir wollen die Zuschauer auf eine innere Zeitreise, in die Welt hinter den Worten mitnehmen und ihnen so ein Gefühl für die Schönheit der Sprache vermitteln“, umreißt Groß sein Anliegen, das er mit seiner Arbeit verbindet.

 

Für die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums gehört „Lenz“ von Büchner zum Kanon des Landesabiturs und war in einigen Kursen gerade gelesen worden. So war der Vortrag eine willkommene Möglichkeit, den Text so zu erleben, wie er eigentlich gedacht war: Erzählt von einem, der seine Botschaft verstanden hat. Reimund Groß: „In ‚Lenz‘ – im Zerbrechen der künstlerisch-idealischen Seele an der aufs materielle sich reduzierenden Umwelt – spiegelt sich das zunehmende autistische Dilemma der modernen, aufgeklärten westlichen Welt: der Verlust der Liebe.“

 
Reimund Groß erzählt „Lenz“ von Georg Büchner.