28.04.2017

Teams aus vier Nationen präsentierten Zukunftstechnologien

Nach zwei arbeitsreichen Wochen präsentierten heute Vormittag Schüler aus vier Nationen die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten im Atrium der Werner-von-Siemens-Schule. Am 18. April waren 55 Schüler mit ihren Lehrern von den Partnerschulen in Lutin (Tschechien), Lodz (Polen) und Bologna (Italien) angereist, um mit Schülern der Wetzlarer Europa-Schule gemeinsam zu arbeiten, zu lernen sowie Kultur und Gewohnheiten des Nachbarlandes kennenzulernen. Die internationalen Teams hatten sich mit Themen aus den Gebieten Datenverarbeitung und Mechatronik beschäftigt und Projekte erarbeitet, die sie zum Teil schon während ihres ersten Treffens im jeweiligen Nachbarland im vergangenen Herbst begonnen hatten.

 

Die deutsch-polnischen Teams beschäftigen sich im Schwerpunkt Datenverberarbeitung mit Automatisierung, Steuerungstechnik und Robotik. Flugdrohnen wurden gebaut,  Industrieroboter programmiert und in Betrieb genommen, Roboter und kleine Automaten wurden mit Sensoren ausgestattet und so programmiert, dass sie einfache Aufgaben selbstständig ausführen können. Die Zusammenarbeit mit der Partnerschule aus Lodz besteht bereits seit 10 Jahren, genauso lange begleitet von Siemenspädagoge Slawomir von Grolman-Elzanowski: „Automatisierung, Robotik und Steuerungstechnik gehören heute zu den technischen Schlüsselqualifikationen auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Darauf wollen wir unsere Schüler vorbereiten.“  Von Grolman-Elzanowski hob einen weiteren Partner für die Unterstützung der Schülertreffen hervorhob: „Danke für die großzügige Förderung unserer Arbeit nicht nur an die Europäischen Kommission, sondern auch ans Deutsch-Polnischen Jugendwerk.“

 

Die deutschen und tschechischen Mechatroniker stellen sich sich seit vergangenem Herbst die Frage  „Will Alternative Drive Technologie Save the Future of the Car?“. Vier Teams planten, konstruierten und fertigten Photovoltaik-Fahrzeuge - gleich zwei, eines für Wetzlar, das andere für Lutin. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Elektroautos dadurch, dass sie Elektrizität nicht aus der Steckdose bzw. aus mitgeführten Energiespeichern oder Batterien bekommen. Die Fahrzeuge sind auf ihrer Oberfläche mit Solarzellen bestückt, die die Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandeln. „Sie haben also quasi ihre eigene Tankstelle an Bord“, erläutert Projektleiter Markus Stamm. Für den Notfall, also schlechtes Wetter oder Bewölkung, sollen diese Fahrzeuge auch einen Energiespeicher mit sich führen. Markus Stamm: „Eine Zukunftstechnologie, die bisher wenig in der Öffentlichkeit beachtet wurde. Aber es funktioniert.“

 

Für die Gäste aus Italien und ihre Wetzlarer Partner ging es um Smarttechnologie und das Internet der Dinge. Sie optimierten einen 3-D-Drucker, der zum Beispiel Druckaufträge übers Internet erhält oder dessen Arbeit man übers Netz per Video überwachen kann. „Nur Kaffeekochen kann er noch nicht,“ schmunzelt EDV-Lehrer Alexander Rohde, der das Team betreute. Weiterhin bauten die Schüler Netzwerksteckdosen, beschäftigten sich mit netzwerkbasierter Schalttechnik und sorgten für „smarte“ Lichttechnik – Bewegungsmelder und Schaltungen, die helfen Energie zu sparen, weil sie nur dann Energie zuführen, wenn sie wirklich gebraucht wird. Bernhard Piasta, Lehrer im deutsch-italienischen Team: „Die Technik ist bei diesen Projekten prinzipiell dieselbe wie in der künftigen Haustechnik, die ja als ‚Internet der Dinge’ in aller Munde ist.“

 
Die Mechatroniker mit Siemenspädagoge Andreas Eisel bei der Präsentation ihrer Solarfahrzeuge.Ein deutsch-polnischen Team bei der Arbeit.Roboter und kleine Automaten mit Sensoren können verschiedene Aufgabe selbständig erfüllen.Zukunftstechnologie: Fahrzeuge mit „eigener Tankstelle“.