28.02.2017

Kooperative Abenteuerspiele in den InteA-Klassen

Alle drei Monate veranstalten Sozialpädagogin Tanja Lesch von der GWAB (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen mbH) und Sportlehrer der Werner-von-Siemens-Schule das Training „Kooperative Abenteuerspiele“ für Schülerinnen und Schüler der InteA-Klassen (Integration durch Anschluss und Abschluss). Tanja Lesch über die Ziele der Initiative, die den jungen Flüchtlingen die Integration in das neue Leben erleichtern soll: 

 

Die Schüler der InteA-Klassen haben einen langen und schweren Weg hinter sich gebracht, den sie zum Großteil alleine durchquert haben. Sie waren auf sich alleine gestellt, konnten niemandem vertrauen und durften keine Schwäche zeigen. Ein Gefühl der Gemeinschaft, in der Entscheidungen zusammen getroffen werden, war ihnen fremd. Auch das Entgegenbringen von Vertrauen muss zunächst in langsamen Schritten aufgebaut werden. 

 

Die Herausforderung richtet sich an die Gruppe als Ganzes. Sie lernen miteinander zu kooperieren und sich zu vertrauen. Die Schüler erkennen, dass die einzelnen Aufgaben nicht alleine zu lösen sind, sondern nur mit der Gruppe: Kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Sie erfahren gemeinsame Erfolgserlebnisse, lernen Vertrauen aufzubauen, erkennen ihre eigenen Stärken und lernen Rücksichtnahme auf Schwächere. Zusätzlich erfahren sie, was Kompromissbereitschaft bedeutet, wenn es um die gemeinsame Entscheidungsfindung geht. Ein weiterer wichtiger Aspekt liegt darin, die Erfahrung zu machen, dass es keinen Verlierer und keinen Gewinner gibt. Ein Erfolg wird in der Gruppe oder gar nicht erreicht.

 

Bei der Bewältigung der Aufgaben werden mehrere Komponenten auf verschiedenen Ebenen eingesetzt. Körperliche Aktivität ist gefordert. Motorische Fähigkeiten wie Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Kraft und Gleichgewichtssinn kommen ins Spiel. Eine Lösung lässt sich oft nicht mit den bekannten vertrauten Handlungsweisen finden. Die Schüler müssen die vorhandenen Ressourcen in ihrem Planungsprozess einbauen. Ein weiterer wichtiger Aspekt liegt in der emotionalen Ebene. Sie müssen sich aufeinander und auf etwas Neues einlassen. Das erfordert, sich Gedanken über die eigenen Bedürfnisse zu machen und diese zu äußern. Dies verlangt für viele schon eine große Überwindung. Da einige Schüler es nicht gewohnt sind Hilfe anzunehmen, ist dies ein weiterer Lerneffekt. Auch Berührungen und körperliche Nähe zuzulassen, ohne Gewalt zu erfahren, ist ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung. In den InteA-Klassen treffen die unterschiedlichsten Nationen aufeinander. Hier gilt es, die Verschiedenheiten zu akzeptieren und ihnen mit Toleranz gegenüberzutreten. Vorurteile durch Erlebtes mit anderen Kulturen sollen abgelegt werden, um ihnen wieder mit Offenheit begegnen zu können. Die Schülerinnen und Schüler lernen die eigenen Impulse zu kontrollieren und die Grenzen der Anderen zu respektieren.“

 
InteA-Schüler mit Sozialpädagogin Tanja Lesch und Sportlehrer Stefan-Nils Müller.Aufgaben in der Gruppe lösen – mit Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Kraft und Gleichgewichtssinn.Gemeinsame Erfolgserlebnisse: Kein Gegeneinander, sondern Miteinander.