01.02.2016

Neue Feinwerkmechaniker braucht das Land

Nach einer sechsstündigen, schwierigen Theorieprüfung am 22. Januar und 15 Stunden anstrengender Arbeit am 29. und 30. in den Werkstätten der Werner-von-Siemens-Schule gibt es nun sechs neue Junggesellen Feinwerkmechaniker, die auch im Handwerk dringend benötigt werden: Sebastian Hedrich und Jan Philipp Kessler, SP Feinmechanik, Deismann GmbH, Aßlar; Henrik Hess, SP Feinmechanik, Clößner GmbH, Ehringshausen; Justin  Heß, SP Maschinenbau, Arnold  GmbH, Weilburg; Toni Janzen, SP Zerspanungstechnik, Firma Thomas Unfried, Schöffengrund und Dennis Bichert, GP1, Schmidt-Feinmaschinenbau, Weilmünster.

 

Als Prüfstück war ein Funktionsbauteil „Ausdrehbrücke“ bzw. „Exzenter-Hubgeber“ gefordert. Elf Einzelteile mussten in höchster Oberflächengüte (Rz = 10) mit den Fertigungsverfahren Sägen, Feilen, Bohren, Reiben, Gewindeschneiden, Drehen und Fräsen in mehreren Passungen H7 hergestellt werden. Anschließend erfolgte der Zusammenbau, wobei natürlich die Funktionsfähigkeit der Gesellenstücke einen hohen Anteil in der Bewertung hatte. Zu Beginn musste ein Arbeitsplan erstellt werden, danach erfolgte die Prüfung in CNC.

 

Als absolute Besonderheit führt der Prüfungsausschuss mit jedem Prüfungsteilnehmer ein „situatives Fachgespräch“. Das bedeutet, dass während der Bearbeitung der Bauteile die Prüfungsteilnehmer erklären müssen, warum sie jetzt diesen Arbeitsschritt durchführen und an den Maschinen die eingestellten Werte einstellen, z.B. Drehzahl, Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, Spanabnahme etc. Außerdem war die Erstellung eines Prüf- und Messprotokolls zur Qualitätssicherung gefordert.

 

Feinwerkmechaniker/innen fertigen Produkte der Stanz-, Schnitt- und Umformtechnik sowie der Vorrichtungs- und Formenbautechnik. Ebenso stellen Sie Maschinen, Geräte und Systeme her. Sie finden Beschäftigung in erster Linie bei Herstellern von Feinmechanischen und optischen Erzeugnissen, im Maschinenbau und Werkzeugbau, in Betrieben, die elektrische Mess- und Kontrollinstrumente produzieren. Es ist ein derieinhalbjähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk mit hervorragenden Berufsperspektiven.

 
Daniel Gerth, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, weist die Prüflinge ein.Toni Jansen bei der Maßkontrolle.Situatives Fachgespräch: Sebastian Hedrich und Prüfer Andreas Bader.Prüfungsausschuss-Mitglied Markus Stamm (Lehrer an der Siemensschule) beim Fräsen einer Kunststoffabdeckung für eine Brennstoffzelle. Er kann es gut !!!Justin Heß beim Fräsen.