16.03.2011

Schüler fotografieren 1350 Lichtjahre entfernten Gasnebel

Neue Fotos vom Orionnebel: Der Arbeitsgemeinschaft Astronomie und Astrofotos der Wetzlarer Werner-von-Siemens-Schule gelangen jetzt spektakuläre Aufnahmen dieses 1350 Lichtjahre entfernten Sternhaufens. Er gehört zu den aktivsten bekannten Sternentstehungsgebieten und bringt auch so genannte Trapezsterne hervor. Der sie umgebende ionisierende Wasserstoff lässt den Orionnebel leuchten.

 

2010 schlossen sich 19 interessierte Schüler der Werner-von-Siemens-Schule zur  AG "Astronomie und Astrofoto" zusammen, geleitet vom Pädagogen Ralf Zackel. Nach einem halben Jahr theoretischer und praktischer Vorbereitung in Astrophotografie und Bildbearbeitung ging es am 28. Januar 2011 an der Sternwarte Burgsolms zur Sache. Die Gruppe fotografierte bis tief in die Nacht, beobachtete vorbeihuschende Satelliten und machte Filmaufnahmen vom Planeten Jupiter und seinen Monden.

 

Das Foto des Orionnebels (M42) wurde mit einer Gesamtbelichtungszeit von insgesamt 6 Minuten an einem Newton Teleskop mit 400mm Öffnung, einer Brennweite von 2000mm und  einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkamera abgebildet. Sechs Aufnahmen à 60 Sekunden wurden belichtet, während eine Präzisionsmontierung das Teleskop auf den Orionnebel nachführte. Zur Erinnerung: Der Nachthimmel bewegt sich, wie die Sonne, von Ost nach West, weshalb Langzeitaufnahmen nicht einfach von einem festen Stativ aus gemacht werden können. Diese gewonnenen „Rohaufnahmen“ wurden dann bei dem nächsten Treffen digital überlagert und das Ergebnis noch einmal aufwändig mit einer Bildbearbeitungssoftware verbessert. Die fotografierten wolkenähnlichen Strukturen des Orionnebels befinden sich alle tief im All, nicht etwa in der Erdatmosphäre, wie man vielleicht vermuten könnte, was den Aufwand für eine solche Aufnahme deutlich macht.

 
Der Orionnebel, fotogtrafiert von den Schülern der "Astronomie- und Astrofoto-AG".Einige Mitglieder der Astro-AG bei der Arbeit: Julia Polner, Janine Vielemeier, Peter Hohmann, Andreas Weil, Melissa Deiss, Ralf Zackel (von links).