15.06.2011

Schulleiter Dieter Agel in die passive Altersteilzeit verabschiedet

„Exzellenten Ruf der Werner-von-Siemens-Schule entscheidend mitgeprägt“

Am Mittwoch, 15. Juni, verabschiedete die Wetzlarer Werner-von-Siemens-Schule ihren langjährigen Schulleiter Oberstudiendirektor Dieter Agel in die passive Altersteilzeit. Weggefährten, Kollegen sowie Vertreter der Öffentlichkeit und Politik waren gekommen, um Agel für sein außergewöhnliches Engagement in Schule und Gesellschaft zu danken. Im lichtdurchfluteten Atrium der Werner-von-Siemens-Schule verfolgten die rund 250 Gäste die Veranstaltung, umrahmt von Musik - Erika (Gesang) und Holger Hedrich (Klavier) sowie die Kollegen-"Gang" -  und Tanz der eigens für diesen Tag von Kollegen gegründeten Gruppe der „Zwölf Zylinder“.

 

Unter dem Motto „Großes geschieht, wenn jemand mehr tut als er muss“ würdigte der leitende Schulamtsdirektor Manfred Grisar die außergewöhnliche Karriere Dieter Agels. Ihm sei kein Schulleiter bekannt, der fast 50 Arbeitsjahre nachweisen könne, begann Grisar seinen Rückblick auf ein Berufsleben, das vom Werkzeugmacherlehrling an die Spitze einer „hervorragend aufgestellten beruflichen Schule“ führte.

 

Geboren 1948, wurde Agel mit noch nicht einmal 14 Jahren Lehrling beim Giessener Unternehmen Heyligenstaedt. 1966 legte er an der Theodor-Litt-Schule die Fachschulreife ab und absolvierte sein Studium an der Staatlichen Ingenieurschule Gießen (heute Technische Hochschule Mittelhessen), das er als Ing. grad. abschloss. Nach zwei Jahren bei der Bundeswehr als Zeitsoldat begann Agel das Studium für das Lehramt an beruflichen Schulen in den Fächern Metallgewerbe und Sozialkunde, das mit der Ersten Staatsprüfung im Juli 1974 erfolgreich endete. Der Titel seiner Examensarbeit, so Grisar, spreche für das soziale Engagement Agels, das seinen gesamten Berufs- und Lebensweg auszeichne: „Gesellschaftsverändernde Praxis in der Schule.“

 

Es folgten sieben Jahre Schuldienst in Bremen, die Referendariat und Zweites Staatsexamen 1975 einschlossen. Hier, in dieser „Hochburg der APO“, habe Agel gelernt, effektiv und effizient Demonstrationen zu organisieren, bemerkte Grisar schmunzelnd. Damit spielte er an auf die 1986 vom damaligen Personalratsvorsitzenden Dieter Agel organisierte Protestaktion für den Neubau der Siemensschule in den Lahnauen von Naunheim, den Dieter Agel maßgeblich mitorganisiert und mitgestaltet hatte und dessen 20-jähriges Jubiläum die Schulgemeinde gerade vor zwei Monaten gefeiert hatte. 1981 kam Dieter Agel als Studienrat an die Werner-von-Siemens-Schule, wurde 1985 Oberstudienrat, 1991 Studiendirektor und stellvertretender Schulleiter, 1999 schließlich Oberstudiendirektor und Leiter der Werner-von-Siemens-Schule.

 

In dieser Eigenschaft habe er einen Paradigmenwechsel in der Führungsphilosophie der Siemensschule eingeleitet und für die Schulgemeinde ein Ambiente geschaffen, das seinesgleichen in Hessen suche, so Grisar. Er machte sich besonders um die Förderung benachteiligter Jugendlicher verdient, band die Siemensschule in Netzwerke ein wie „Troubleline“, einer Maßnahme der Gewaltprävention, „Optomit“, einer Verzahnung regionaler Aus- und Weiterbildungsakteure der optischen Technologien und setzte sich für den Wetzlarer Optikparcour ein. Ein großes Anliegen Agels war die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern; in seiner Zeit als Schulleiter wurde die Siemensschule 2002 Europaschule und konnte diese Auszeichnung im September 2009 erneuern. Agel war Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren der Beruflichen Schulen Hessens sowie mehr als 30 Jahre des Männergesangvereins Dutenhofen. Den exzellenten Ruf der Werner-von-Siemens-Schule im Kreis, in Hessen und in den europäischen Partnerländern habe Dieter Agel ganz entscheidend mitgeprägt, so Manfred Grisar abschließend.

 

Grußworte sprachen im Anschluss: Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises, Manfred Viand, Ehrenamtlicher Stadtrat der Stadt Wetzlar, Norbert Herlein, Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren der Beruflichen Schulen Hessens, Inge Denninghoff, Schulleiterin der Käthe Kollwitz-Schule Wetzlar, Uwe Hainbach, Präsident der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill, Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, Kurt Bernecker, Studienseminar Gießen, Joachim Schmidt-Schniewind für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – GEW, Nadja Brück  von der Schülervertretung, Diethelm Weil, Schulelternbeirat und Fritz Wegerle, Direktor der benachbarten August-Bebel-Schule. 

 

Für das Kollegium der Siemensschule ergriff Personalratsvorsitzender Manfred Forchheim das Wort. Agel habe Visionen und Ziele engagiert umgesetzt und das Kollegium zu neuen Ideen ermutigt. Forchheim dankte Agel für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die engagierte Repräsentation der Schule nach außen. Nach Dieter Agels Dank an alle Redner endete der offizielle Teil der Verabschiedung. 

 

<media 371>Pressemitteilung der WNZ zu Dieter Agels Verabschiedung</media>

 
Manfred Grisar (links) überreicht Dieter Agel die Entlassungsurkunde.Das Ehepaar Agel während der Darbietungen des Kollegiums.Dieter Agel und die Überbringer der Grußworte.Dieter Agel und die "Zölf Zylinder".