06.11.2013

Siemensschule zieht positive Bilanz von "Sozialarbeit an Schulen"

"Für die tägliche Arbeit von unschätzbarem Wert"

Auf 15 Monate "Sozialarbeit an Schulen" kann die Werner von Siemens Schule in diesen Tagen zurückblicken. Im Juli 2012 kam Diplompädagogin Rebekka Merklinger an das Berufsbildungszentrum im Wetzlarer Stadtteil Niedergirmes, um Lehrer und Schüler bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen und in eventuellen Krisensituationen zu helfen. "Dabei geht es in erster Linie um Prävention, damit Krisen- und Konfliktsituationen erst garnicht auftreten", erläutert Studiendirektorin Susanne Ilge, in deren Ressort Merklinger in diesem Jahr angesiedelt war. "Frau Merklinger kümmert sich um Bereiche, die im Unterricht leider viel zu oft nicht genügend thematisiert werden können, die aber das Miteinander in Schule, Beruf und Alltag ganz entscheidend prägen. Das ist für unsere tägliche Arbeit von unschätzbarem Wert."


Trainings und Übungseinheiten zu Gruppenbildung und sozialer Kompetenz, außerschulische erlebnispädagogische Seminare zum sozialen Lernen und Teamtraining, Einzelfallberatungen und Konfliktlösungsgespräche bei Problemen in Schule, Beruf und Alltag, Veranstaltungen zur sexuellen Bildung der Heranwachsenden, Hilfe beim Umgang mit Ämtern und Behörden, besondere Unterstützung von Schülern mit Migrationshintergrund und interkulturelle Arbeit - diese Aufzählung umfasst längst nicht alles, was sich Rebekka Merklinger an der Siemensschule zur Aufgabe gemacht hat. "Neben den gruppendynamischen Prozessen, die wir versuchen anzuleiten und positiv zu beeinflussen, steht die Arbeit mit dem Einzelnen, und die lässt sich nur schwer in Listen und Schablonen fassen," erläutert die 26-jährige, die sich auch im "Projekt soziale Stadt Niedergirmes" engagiert. "Man muss oft spontan, von Fall zu Fall entscheiden, und das macht die Arbeit mit so unterschiedlichen Menschen spannend und interessant."


Diplom-Pädagogin Eva Rebekka Merklinger studierte nach dem Abitur an der Goethe-Schule an der Philipps-Universität Marburg Erziehungswissenschaften, in den Nebenfächern Psychologie sowie Sprache und Kommunikation. Sie arbeitete vorübergehend in einer Kindertagesstätte und ist seit Oktober 2007 Honorarkraft im Wetzlarer Nachbarschaftszentrum Westend des Caritasverbands Lahn-Dill-Eder e.V. und absolvierte eine Ausbildung zur Sexualpädagogin. Das Projekt "Sozialarbeit an Schulen" ist Bestandteil der Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen mbH (GWAB) und wird finanziert vom Lahn-Dill-Kreis. "Wir hoffen sehr auf eine Anschlussfinanzierung, damit uns die wertvolle Arbeit Rebekka Merklingers erhalten bleibt", so Studiendirektorin Ilge.


 
Diplompädagogin Rebekka Merklinger (rechts) moderiert eine Kommunikationsübung in der 11. Klasse angehender Informationstechnischer Assistenten.