06.12.2014

Tag der offenen Tür 2014

Aktiv lernen und Teamfähigkeit fördern für den Arbeitsplatz Europa

Tag der offenen Tür an der Werner-von-Siemens-Schule. Zahlreiche Besucher kamen am 6. Dezember in die Lahnauen bei Naunheim und informierten sich über das Bildungsangebot des gewerblich-technischen Berufsbildungszentrums, darunter viele potentielle Schüler und ihre Eltern. Lehrer und Schüler hatten in den Klassenräumen und Werkstätten Präsentationen vorbereitet, die die Vielfalt  der Unterrichtsinhalte der neun Bildungsgängen und Schulformen verrieten. Schulleitung und Lehrer standen für eingehende Informations- und Beratungsgespräche zur Verfügung, die bei der richtigen Berufswahl helfen und neue Perspektiven aufzeigen können.

 

Ein Highlight des diesjährigen Tags der offenen Tür war das neue Selbstlernzentrum (SLZ), das zu Beginn des Schuljahrs 2014/2015 wurde – ein Ort, an dem die Schülerinnen und Schüler während der Pausen, in Frei- oder Vertretungsstunden sowie in ihrer Freizeit selbständig arbeiten, lernen und schmökern können. Die ehemaligen Räume 146/148 im ersten Stockwerk wurden zum 90 Quadratmeter großen SLZ zusammengefasst, umgestaltet und mit allen für die freie Arbeit der Schüler notwendigen Werkzeugen ausgestattet: Einer Präsenzbibliothek mit Nachschlagewerken, Lehrmaterial und -büchern, Lesebüchern, Zeitschriften, Video-Filmen; internetfähige Laptops; Drucker; Moderatorenkoffer mit vielfältigen Präsentationsmaterialien ... Melissa Eckhardt, Fachkraft für Medien und Informationsdienste, betreut und beaufsichtigt das SLZ und steht Schülern und Lehrern in den Kernunterrichtszeiten mit Rat und Tat zur Seite.

 

Monika Lehr, als Abteilungsleiterin auch zuständig für Unterrichts- und Qualitätsentwicklung an der Siemensschule, machte sich die Einrichtung des SLZ zum persönlichen Anliegen. „Das SLZ ist ein Hauptbestandteil unseres pädagogischen und organisatorischen Konzepts, welches wir als Selbstverpflichtung im Leitbild der Siemensschule festgeschrieben haben“, erläutert Lehr. „Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist die Förderung des individuellen aktiven Lernens und der Teamfähigkeit - unabdingbare Voraussetzungen in der heutigen und künftigen Berufswelt, worauf wir die Schüler schließlich vorbereiten.“ Das SLZ sei auch Kern der Lernmethode „Selbstorganisierten Lernens“, welche ein relevanter Teil des Kollegiums seit Monaten in Weiterbildungen trainiere und die bereits in allen Schulformen erfolgreich erprobt worden sei. Vier Siemensschul-Pädagogen gaben in einem Nebenraum Einblicke in diese Lehrmethode des Selbstorganisierten Lernens und erläuterten diese für die Gäste an praktischen Beispielen.

 

Joachim Hunke, Europakoordinator der im letzten Oktober erneut als Europaschule des Landes Hessen ausgezeichneten Werner-von-Siemens-Schule, stellte den Partnern aus der Wirtschaft Erasmus+ vor, das neue Programm der Europäischen Kommission zur beruflichen Bildung. Es richtet sich speziell an Auszubildende und ermöglicht Lernaufenthalte im europäischen Ausland in Form von Praktika, der Absolvierung einzelner Ausbildungsabschnitte oder Weiterbildungsmaßnahmen von bis zu zwölf Monaten. Das Ziel umreißt Europakoordinator Hunke so: „Internationale Berufserfahrungen sind bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter immer häufiger Teil der Anforderungsprofile der Betriebe. Und darauf bereiten wir unsere Schüler vor, indem wir seit Jahren thematisch orientierte Austauschprogramme mit insgesamt neun Partnerschulen in Frankreich, Dänemark, Polen, Tschechien und Portugal organisieren, die bisher hauptsächlich den Schülern der Vollzeitschulformen zugute kamen. Dass wir mit Erasmus+ Auszubildende in diese Aktivitäten einbeziehen können, freut uns sehr und unterstreicht unseren Anspruch, die Jugendlichen auf den ‚Arbeitsplatz Europa’ vorzubereiten.“ Die Siemensschule unterhält schon seit längerem Kontakte zu vier Partnerschulen in Frankreich und in der Türkei, die im kommenden Frühjahr die ersten Auszubildenden aus Wetzlar begrüßen werden.

 

Fotodokumentation "Tag der offenen Tür 2014"
von Max Kratz und Michael Schmied

 
Schulleiter Michael Diehl und Europakoordinator Joachim Hunke beim offiziellen Rundgang mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben.Bei den Datenverarbeitern ........ und bei den Mechatronikern.Nicht nur Naturwissenschaft und Technik: Im Beruflichen Gymnasium hat auch das Fach Kunst seinen festen Platz.Wetzlarer Neue Zeitung vom 8. Dezember 2014.