07.12.2013

Tag der offenen Tür an der Siemensschule

Netzwerk stärken: Kooperationsvertrag mit THM Mittelhessen unterschrieben

Tag der offenen Tür an der Wetzlarer Werner-von-Siemens-Schule. Zahlreiche Besucher kamen am 7. Dezember in die Lahnauen bei Naunheim, um sich über das Bildungsangebot des gewerblich-technischen Berufsbildungszentrums zu informieren, darunter viele potentielle Schüler und ihre Eltern. Lehrer und Schüler hatten in den Klassenräumen und Werkstätten zahlreiche Präsentationen vorbereitet, die die große Bandbreite der Unterrichtsinhalte verrieten. Im Atrium stießen verschiedene Infostände, darunter die der neuen Kooperationspartner "Technische Hochschule Mittelhessen (THM)" und "CompetenceCenter Duale Hochschulstudien - StudiumPlus e.V. (CCD)" auf das rege Interesse der Besucher.

 

In diesem Jahr lag der Schwerpunkt der schulischen Präsentation auf dem Netzwerk, in das die Siemensschule eingebunden ist und dessen Pflege und kontinuierlichen Ausbau sie sich in ihrem neuen Leitbild ausdrücklich zum Ziel gesetzt hat. "Wir leben in einer komplexen Gesellschaft, in der Öffentlichkeit und Wirtschaft anspruchsvolle Forderungen an junge Menschen stellen. Die Durchgängigkeit zwischen Schule, Hochschule und Wirtschaft transparenter zu machen und zu fördern, ist unser erklärtes Ziel und das der Partner unseres Netzwerks," erläuterte Schulleiter Michael Diehl. So hatten wenige Tage vor dem Tag der offenen Tür die Siemensschule, die Technische Hochschule Mittelhessen sowie das CompetenceCenter Duale Hochschulstudien - StudiumPlus e.V. einen Kooperationsvertrag unterschrieben, der die "Zukunftsfähigkeit der Region Mittelhessen" stärken soll, wie es im Vertragstext heißt. Die Partner verpflichten sich zur Förderung des dualen Studiums, der Frühstarter-Programme des dualen Studiums sowie zum Austausch theoretischen und praxisorientierten Fachwissens zwischen den Lehrenden an Schule und Hochschule.

 

StudiumPlus wurde von der Technischen Hochschule Mittelhessen in enger Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern sowie Unternehmen aus der Region seit April 2001 entwickelt und ausgebaut. Markenzeichen dieses Studiums ist die Verzahnung von Theorie und Praxis: Die Studierenden sind immatrikuliert und gleichzeitig in einem Unternehmen angestellt. Rund 600 Unternehmen haben sich im CCD zusammengeschlossen, etwa 160 davon mit Sitz im Lahn-Dill-Kreis. Im Wintersemester 2013/14 studieren in dieser Form rund 1200 Studenten an der THM. Seit dem 27. Oktober 2010 ist Wetzlar offizieller Hochschulstandort mit dem ehemaligen Kasernengelände Spilburg als Campus und bereits sechs Studiengängen im Angebot, wie zum Beispiel Ingenieurswesen, Organisationsmanagement im Gesundheitswesen oder Systems Engineering. Das "Frühstarter-Programm" des dualen Studiums erlaubt es leistungsstarken Schülern, parallel zum Besuch einer weiterführenden Schule Veranstaltungen der Hochschule zu besuchen. Auch exzellente schulische Leistungen, wie etwa herausragende Projektergebnisse oder besondere Lernleistungen im Abitur, werden im späteren Studium anerkannt.

 

Ein zweiter Kooperationspartner, der den Tag der offenen Tür nutzte, sich und die Dimension der Zusammenarbeit mit der Siemensschule zu präsentieren, war die Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung (DGZfP) aus Berlin. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Prüfverfahren in Schule, Berufsausbildung und Studium bekannt zu machen. Auszubildende und Besucher konnten Prüfverfahren wie Sichtprüfung mit Endoskopen, Magnetpulverprüfung sowie Ultraschallprüfung in den Räumen der Werkstoffprüfer ausprobieren. Der Kontakt der Pädagogen zur DGZfP entstand bei der Neuordnung des Berufsbildes der Werkstoffprüfer. Zerstörungsfreien Prüfverfahren gewinnen an Bedeutung, da die Prüfung an fertigen Bauteilen oder während des Betriebes die Sicherheit von Anlagen erhöht, Kosten einspart und insgesamt die Qualität verbessert. Bereits während der dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Werkstoffprüfer kann aufgrund der Kooperation von Siemensschule und der DGZfP ein Zertifikat für einzelne zerstörungsfreie Prüfverfahren erworben werden.

 

Weitere Highlights des diesjährigen Tags der offenen Tür waren technische Projekte, die Schüler des Beruflichen Gymnasiums in gemeinsamer Arbeit mit den europäischen Partnern erarbeitet haben, wie das "fliegende Auge", eine kleine, viermotorische Flugmaschine mit Kamera. Im Atrium des Schulgebäudes konnten Besucher analoge Datenträger wie Schallplatten, Musikkassetten oder Super-Acht-Filme digitalisieren lassen. Weiterhin hatten  Absolventen der Fachschule für Technik im vergangenen Semester eine Doppelfußmaschine für ein Schlagzeug entwickelt und gebaut, die bereits zum Patent angemeldet ist und für Aufsehen in der Fachwelt sorgte.

 
Auf eine gelingende Kooperation: Schulleiter Michael Diehl, Patricia Gossen vom SV-Team der Siemensschule, Norbert Müller, Vorstandsvorsitzender der CCD und Professor Harald Danne, Leitender Direktor des ZDH - TH Mitelhessen (von links nach rechts).Schulleiter Michael Diehl beim offiziellen Rundgang mit Politikern und Personen des öffentlichen Lebens. Im Vordergrund Alexander und Christian Menges, zwei der "Erfinder" der Doppelfußmaschine für Schlagzeug.Der Kunstkurs des Beruflichen Gymnasiums beim Modellieren mit Ton. Aufgabe war die Fertigung eines Portraits nach Modell.