08.12.2012

Vielfalt in neun verschiedenen Bildungsgängen

"Tag der offenen Tür" an der Siemensschule

Tag der offenen Tür an der Wetzlarer Werner-von-Siemens-Schule. Über 1000 Besucher kamen am 8. Dezember in die Lahnauen bei Naunheim, um sich über das Bildungsangebot des gewerblich-technischen Berufsschulzentrums zu informieren. Lehrer und Schüler hatten in den Klassenräumen und Werkstätten zahlreiche Präsentationen vorbereitet, die die große Bandbreite der Unterrichtsinhalte verrieten. Diese Vielfalt sei den neun verschiedenen Schulformen zu verdanken, die unter dem Dach des repräsentativen Gebäudes vereint sind, wie Schulleiter Michael Diehl während seines Rundgangs mit Politikern und der Presse hervorhob.

 

Im Atrium gab es einen Hindernisparcours mit ferngesteuerten Autos und eine prozessautomatisierte Carrerabahn; frischer Apfelsaft floss aus dem Nachbau einer historischen Saftpresse, die demnächst im Unterricht weiter modernisiert und optimiert werden soll; wer wollte, konnte analoge Datenträger wie Schallplatten, Musikkassetten oder Super 8 Filme gegen eine kleine solidarische Spende digitalisieren lassen und über neue Unterrichtsmethoden informierten das „offene Klassenzimmer“ sowie viele Beispiele praktischer pädagogischer Arbeit. Der eigens eingerichtete Treffpunkt ehemaliger Schüler auf der Empore wurde zur Begegnungsstätte für viele, die sich schon lange aus den Augen verloren hatten.

 

Das Berufliche Gymnasium zeigte seinen Gästen Projekte, die im letzten Jahr bei der gemeinsamen Arbeit mit den europäischen Partnerschulen in Lutin (Tschechien), Lodz (Polen), Matosinhos (Portugal) und Nymburk (Tschechien) entstanden waren. Zum Beispiel die „Transport and Loading Unit“, das Modell einer Vorrichtung zum Be- und Entladen von LKWs und Bahnwaggons, welches während zwei Arbeitsphasen in Wetzlar und Lutin entstanden war und das der Pädagogische Austauschdienst im Januar 2012 zum bundesweiten „Projekt des Monats“ kürte. Oder Schülerideen zum Thema des „Ideal European State“- Utopien des zukünftigen Zusammenlebens in Europa, gebannt auf Plakate und in Powerpointpräsentationen.

 

Ein weiteres Highlight der Europaprojekte: Der Quadrocopter – eine kleine, viermotorige Flugmaschine mit Kamera, die im Atrium der Siemensschule für Aufsehen sorgte. Eine deutsch-polnische Schülergruppe hatte nach Beispielen von Microprozessoranwendungen gesucht, die im Unterricht gebaut und programmiert werden könnten. Neben Jalousiensteuerung, Bewegungsmelder und Fütterungsmaschine für Katzen war den Schülern dieses „fliegende Auge“ eingefallen und sofort nachgebaut worden. „Das war gar nicht so einfach, wie es klingt“, betont Projektleiter Slawomir von Grolman-Elzanowski. „Schließlich müssen beim Programmieren die Informationen von vier Sensoren berücksichtigt und an die Motoren weitergeleitet werden.“ Wenn im nächsten Frühjahr die polnischen Schüler nach Wetzlar kommen, soll das fliegende Auge mit einem zusätzlichen GPS-Sensor ausgestattet werden und könnte dann auch weiter entfernte Ziele anfliegen.

 

Dokumentation zum "Tag der offenen Tür"
fotografiert und zusammengestellt von EIBE-Schülern


Umfrage unter den Gästen zum "Tag der offenen Tür"
veranstaltet und ausgewertet von Schülern der Höheren
Berufsfachschule für Informationsverarbeitung

 

 

 

 

 

 
Schulleiter Michael Diehl (4. von rechts) beim offiziellen Rundgang: Heiko Budde, CDU-Kreistagsfraktion, Ursula Landau, CDU, Franz-Ludwig Löw, Staatliches Schulamt; Gunter Ratz, SPD-Kreistagsfraktion, Innungsobermeister Ralf Jeschke; Hans-Jürgen Irmer, CDU-Kreistagsfraktion (von links nach rechts) vor einer CNC-Drehmaschine.Pädagoge Jan Mühllhaus (rechts) erläutert den Besuchern sein Ausstellungsprojekt, die prozessautomatisierte Carrerabahn.