31.01.2018

Werner-von-Siemens-Schule verabschiedet Werkstoffprüfer in Beruf und Studium

Neun Auszubildende der Landesfachklasse „Werkstoffprüfer - Fachrichtungen Metalltechnik, Wärmebehandlungstechnik und Kunststofftechnik“ der Werner-von-Siemens-Schule erhielten im Restaurant Tasch in Wetzlar ihre Facharbeiterbriefe und Abschlusszeugnisse. Dreieinhalb Jahre bereiteten sich die jungen Menschen darauf vor, den Prüfungsausschuss unter dessen Vorsitzenden Steffen Dornbusch, Ausbildungsleiter Buderus-Edelstahl, von ihren fachlichen Qualifikationen zu überzeugen. Zusätzlich haben vier Schülerinnen und Schüler im Juni sich vorzeitig der Prüfung unterzogen. Angelique Gräfe von der Fa. Weiss (Haiger) war seinerzeit die bundesbeste Werkstoffprüferin in der Fachrichtung Kunststofftechnik und wurde auch der IHK geehrt.

 

„Besonders freut uns die Tatsache, dass alle Schülerinnen und Schüler sofort eine Arbeitsstelle angeboten bekommen haben,“ hob Klassenlehrer Bernhard Seitz hervor. Der Beruf des Werkstoffprüfers biete gute Karrierechancen, da der technische Fortschritt heutzutage zu einem großen Teil von der Entwicklung moderner Werkstoffe abhänge, deren Eigenschaften von geschulten Fachkräften exakt analysiert und bestimmt werden müssten; zertifizierte Qualität sei zunehmend gefragt. „Als Werkstoffprüfer verfügen Sie über eine am Arbeitsmarkt gesuchte Qualifikation. Ich bin sicher, Sie werden Ihre Chancen nutzen und wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg auf Ihrem Weg in den Beruf. Leider ist aber das Lernen für euch heute nicht beendet. Lebenslanges Lernen und das ständige Aneignen von fachlichen und überfachlichen Qualifikationen sind das A und O, um sich in der globalisierten Welt zu behaupten. Für alle diejenigen, die eine Höherqualifikation anstreben bietet sich neben dem Studium ein Besuch der Fachschule für Technik (Technikerschule) an“, beendete Seitz seine Abschiedsworte. Hier hätten die ehemaligen Auszubildenden die Gelegenheit, ihre ehemaligen Lehrer an der Werner-von Siemens-Siemens-Schule wieder zu treffen. Mit einigen launigen Anekdoten aus dem Unterricht und von den gemeinsamen Studienfahrten und Ausflügen verabschiedeten sich Bernhard Seitz und Monika Gratz von ihren Schülern.

 

Die Werner-von-Siemens-Schule bietet die Ausbildung zum Werkstoffprüfer in den vier Fachrichtungen Metalltechnik, Wärmebehandlungstechnik und  Kunststofftechnik in einer Landesfachklasse aus. Neuerdings hat ein Schüler die Fachrichtung Systemtechnik und kommt dazu extra aus NRW.  Die Azubis kommen aus Hessen und angrenzenden Bundesländern und werden in Blockunterrichtseinheiten von jeweils zwei Wochen neben der betrieblichen Ausbildung unterrichtet. Zu den typischen Tätigkeiten, auf die sich die angehenden Facharbeiter vorbereiten, gehören Zugversuche an metallischen und nichtmetallischen Werkstoffen, Härteprüfungen, zerstörungsfreie Werkstoffuntersuchungen mit Ultraschall, Magnetpulver, Röntgenprüfungen, Farbeindringungs- und technologische Prüfungen sowie mikroskopische Gefügeuntersuchungen des inneren Aufbaus von Metallen und Kunststoffen. Die Schülerzahlen der Ausbildung zum Werkstoffprüfer sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Aktuell besuchen die Landesfachklassen der Siemensschule ca. 60 Azubis.

 

Der Beruf wurde 2013 neu geordnet und zwei weitere Fachrichtungen geschaffen: Kunststofftechnik und Systemtechnik. Herr Seitz war von schulischer Seite maßgeblich im Neuordnungsverfahren eingebunden und ist weiterhin im Prüfungserstellungsausschuss PAL in Stuttgart tätig.

 

Die Werner-von-Siemens-Schule bietet wegen ihrer zentralen Lage und der technischen Ausstattung gute Voraussetzung für den schulischen Teil der dualen Ausbildung. Die drei Berufsschullehrer Monika Gratz, Frank Unruh und Bernhard Seitz erteilen seit vielen Jahren den anspruchsvollen Fachunterricht und nutzen auch fortschrittliche Unterrichtsmethoden des selbstorganisierten Unterrichts. Regelmäßige Betriebsbesichtigungen und Studienfahrten gehören dabei ebenso zum Jahresprogramm. Das Üben von Kommunikations – und Moderationstechniken findet verstärkt seinen Einsatz. Neu in der gestreckten Abschlussprüfung sind sowohl situative wie auch auftragsbezogene Fachgespräche. Bis auf zwei Azubis wählten alle anderen als praktische Abschlussprüfungsaufgabe den umfangreichen Betrieblichen Auftrag.

 
Jean-Marie Blokscha (Fa. Berkenhoff, Merkenbach), Karin Gliwa (Fa. Bodycote, Remscheid), Silas Heidbreder (Buderus Edelstahl, Wetzlar), Florian Kempf (Fa. Bodycote, Langenselbold), Leonard Krumeich (Fa. Resopal, Dreieich), Tobias Schäfer (Fa. Grünewald, Gräfenwiesbach), Katharina Stahl (Fa. Gedira, Attendorn), Dominic Wahler (Fa. Rittal, Herborn)Florian Kempf (Fa. Bodycote, Langenselbold), Leonard Krumeich (Fa. Resopal, Dreieich) mit ihren Lehrern Bernhard Seitz und Monika Gratz.