09.03.2018

Lucia Puttrich: Auslandsaufenthalte machen fit für den internationalen Arbeitsmarkt

In der Werner-von Siemens-Schule in Wetzlar wirbt die hessische Europaministerin dafür, dass mehr Auszubildende Erfahrungen im Ausland sammeln

Die hessische Europaministerin Lucia Puttrich hat am Freitag die Werner-von-Siemens-Schule in Wetzlar besucht. Im Zentrum der Gespräche mit Schülern und Lehrern standen Erfahrungen bei Besuchen an Partnerschulen im europäischen oder außereuropäischen Ausland oder anderen internationalen Begegnungen. „Für Studierende sind ein oder zwei Semester im Ausland heute selbstverständlich. Ich würde mich freuen, wenn viel mehr junge Menschen auch während ihrer Ausbildung eine Zeit im Ausland verbringen würden, um Erfahrungen zu sammeln“, sagte Puttrich im Gespräch. Die Europaministerin wies darauf hin, dass die Europäische Union Auslandsaufenthalte von Auszubildenden finanziell unterstützt. Das geschieht durch das Programm „Erasmus+“, mit dem grenzüberschreitende Begegnungen und interkultureller Austausch gefördert werden sollen. Derzeit nutzten nur 4,5 Prozent aller deutschen Auszubildenden diese Möglichkeit, bedauert Puttrich.

 „Auslandsaufenthalte sind ein wichtiges Mittel zur Qualifizierung. Sie machen fit für den internationalen Arbeitsmarkt“, betonte die Ministerin. Sie lobte deshalb besonders das Engagement der Werner-von-Siemens-Schule, die seit 2002 auch eine von inzwischen 34 zertifizierten Europaschulen in Hessen ist. Sie unterhält unter anderem Kontakte zu Partnerschulen in Frankreich, Großbritannien, Italien, Dänemark, der Tschechischen Republik, Portugal, Polen und nach Kentucky (USA). Die Schule beteiligt sich auch an verschiedenen Austauschprogrammen im Rahmen von
„Erasmus +“.
 
Michael Diehl, Leiter der Werner-von-Siemens-Schule, dankte der Ministerin für die lobenden Worte und hob hervor: „Für uns ist das Prädikat ‚Europaschule‘ Anerkennung und zugleich Verpflichtung, an der Qualität des Unterrichts weiterzuarbeiten und unsere Schüler auf eine europäische Zukunft, auf fremde Lebens- und Arbeitswelten vorzubereiten – ob Auszubildende oder Absolventen unserer Vollzeitschulformen. Dieses Ziel ist ein wesentlicher Baustein unseres Selbstverständnisses, das wir in unserem Leitbild niedergelegt haben.“

 
Auch die Schule selbst profitiere von der Förderung durch die Europäische Union, berichtete Lucia Puttrich weiter. Die Werner-von-Siemens-Schule habe aus dem „Operationellen Programm für die Förderung von Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ der EU Mittel beantragt, um ihr Medienkonzept zu aktualisieren und zu erweitern. 2016 habe sie 40.000 Euro erhalten, die vom Lahn-Dill-Kreis als Schulträger in gleicher Höhe aufgestockt wurden. Das Geld diente zur Beschaffung von Hardware, Software und weitere Komponenten zur Ausgestaltung und Verbesserung der schulischen Infrastruktur im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik. Für 2017 und 2018 seien weitere 100.000 Euro Fördermittel vorgesehen, die vom Lahn-Dill-Kreis ebenfalls aufgestockt würden.

 „Hier zeigt sich, dass Fördermittel der EU auch nach Hessen fließen und hier gut angelegt sind. Die Landesregierung macht sich deshalb dafür stark, dass weiter entwickelte Regionen wie Hessen auch im nächsten EU-Haushalt nach 2020 in vergleichbarem Umfang bei der Vergabe von Fördermitteln berücksichtigt werden.“

 
Lucia Puttrich mit Schulleiter Michael Diehl, der Vorsitzendenden des Schulelternbeirats Mercedes Bindhardt sowie Siemenspädagogen Markus Stamm im Gespräch mit Schülern, die gemeinsame Projekte mit den Partnern in Lutin / Tschechien erarbeiteten.Lucia Puttrich im Fahrsimulator, der in der Ausbildung von Berufskraftfahrern eingesetzt wird.